Landschaftspflege
Aufgabenstellung
Im Bereich Landschaftspflege ist die Schafhaltung ein Betriebszweig, dem sich das Landgut Krosigk seit einigen Jahren sehr intensiv widmet. 2004 begannen die Mitarbeiter des Landguts Krosigk die Merinoschafherde durch die Einkreuzung von Böcken der französischen Schafrasse „Ile de France“ umzuzüchten. Dadurch erreichte das Landgut Krosigk eine sehr deutliche Verbesserung der Schlachtkörper und eine Erhöhung der Lebenstagzunahmen. Gleichzeitig wurde eine kleine Herdbuchzucht der „Ile de France“ beim Landgut Krosigk aufgebaut.
Die wirtschaftliche Grundlage für die Schafhaltung ist nicht die Schlacht-lämmerproduktion, sondern die Landschaftspflege. Von April bis November befinden sich die 1.000 Mutterschafe des Landguts Krosigk auf ständiger Wanderschaft, um alle vertraglich gebundenen Flächen zu behüten. Der Schwerpunkt dabei liegt in der Franzigmark vor den Toren der Stadt Halle, einem Kleinod des Landschafts- und Naturschutzes. Deshalb legt das Landgut Krosigk sehr viel Wert auf die Fähigkeit seiner zwei Schäfer und ihrer Hunde in der Hütetechnik.
Um dies zu unterstreichen, führt das Landgut Krosigk regelmäßig das Landesleistungshüten auf dem Gelände des Landguts in der Franzigmark durch.
Schafe als Naturschützer in der Franzigmark
Neben der Erzeugung von hochwertigem Lammfleisch und Wolle dient die Beweidung der Heiden, Trocken- und Halbtrockenrasen dem Erhalt dieser Vegetationsformen. Der im Gebiet des Unteren Saaletals anzutreffenden, überwiegend seltenen Pflanzen und Tierarten. Ohne die Beweidung würden niedrigwüchsige Pflanzenarten schnell von hochwüchsigen Gräsern und Stauden überwachsen und verdrängt. Zu nennen wären beispielsweise das Kleine Knabenkraut, eine sehr seltene Orchidee. Sie ist innerhalb Deutschlands besonders im Unteren Saaletal verbreitet.
Für den Erhalt dieser Orchidee trägt das Bundesland Sachsen-Anhalt eine besondere Verantwortung. Aber auch andere Arten wie das Frühlings-Adonisröschen, Küchenschelle, Großblütige Braunelle, Brillenschötchen, Zartblättrige Traubenhyazinthe, Dänischer Tragant und zahlreiche andere können nur durch die Beweidung am Standort erhalten werden. Auch seltene Vogelarten profitieren davon, dass die Rasen regelmäßig kurz gefressen werden und der Gehölzbewuchs beschränkt bleibt. So jagt beispielsweise der Neuntöter, der auch Rotrückenwürger genannt wird, Insekten am Boden. Diese erkennt er von Sitzwarten auf frei stehenden Gehölzen oder Hecken aus. In hochwüchsiger Vegetation wären die Beutetiere für ihn nur schlecht auszumachen und kaum zugänglich. Auf beweideten Flächen findet er optimale Bedingungen zu Jagd und dementsprechend reichlich Nahrung.
Zauneidechsen profitieren als wechselwarme Tiere auch von kurzrasiger Vegetation. Hier erwärmt sich der Boden schneller und sie selbst können sich besser sonnen, um eine Körpertemperatur zu erreichen, die ihnen Aktivität ermöglicht. Auch für sie sind Heuschrecken, Spinnen und andere Gliedertiere leichter zugänglich, wenn die Vegetation kurz gehalten wird.
Letztlich dient die Beweidung auch der Erhaltung eines attraktiven Landschaftsbildes, welches sich über Jahrhunderte entwickelt hat. Ohne die Beweidung käme es schnell zur Verbuschung, später auch zur Verwaldung der heutigen Standorte von Heiden und Halbtrockenrasen. Das einzigartige Relief des Saaletals mit Hügeln, Porphyrkuppen und teilweise steilen Felshängen würde der Betrachtung entzogen. Die pflegliche Nutzung der Flächen gewährleistet, dass diese attraktive Landschaft bewahrt wird.
Landgut Krosigk GmbH
Nauendorfer Weg 1
06193 Krosigk
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